Technische Informationen

Übersicht über Fahrzeug-Rückhaltesysteme aus Beton
Stand: Dezember 2016

Auf einen Blick: Fahrzeug-Rückhaltesysteme aus Beton (Ortbetonschutzwände und Fertigteile)

Die Gütegemeinschaft Betonschutzwand & Gleitformbau e.V. hat 2016 eine Liste veröffentlicht, auf der alle Fahrzeug-Rückhaltesysteme aus Beton , die von den Mitgliedern aktuell angeboten werden, übersichtlich zusammenfassend aufgeführt sind. Die Liste umfasst die technischen Daten, beschreibt das Profil und informiert über die die Abmessungen. Damit gibt sie einen umfassenden Überblick über den aktuellen Markt an Schutzeinrichtungen aus Beton.

Diese Liste wird kontinuierlich aktualisiert. Die aktuelle Liste (Stand Dezember 2016) steht hier als PDF zum Download zur Verfügung.


[Liste als PDF downloaden]


Merkblatt M VaB, Teil 1
Merkblatt M VaB, Teil 2

Neues zu den Regelwerken
Stand: Dezember 2015

Neue Merkblätter der FGSV
Jetzt Festlegungen für Borde und Bordrinnen in Ortbetonbauweise

Der Bau von Borden und Rinnen in Ortbeton ist mittlerweile eine Standardbauweise geworden. Das hat dazu geführt, dass diese Bauweise zwischenzeitlich in das Regelwerk aufgenommen wurde.

2013 erschien das Merkblatt der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) "M VaB - Planung, Konstruktion, Bau und Erhaltung von Verkehrsflächen aus Beton, Teil 1 „Kreisverkehre, Busverkehrsflächen und Rastanlagen“ und in 2015 der Teil 2 des M VaB „Stadt- und Landstraßen sowie plangleiche Knotenpunkte mit Hinweisen zur Baulichen Erhaltung“, in denen in den Kapiteln 2.4 jeweils Festlegungen für den Bau von Bordanlagen, Rinnenanlagen und Bord-Rinnenanlagen aufgenommen wurden.


Neues zu den Regelwerken
Stand: Juni 2014

1. ZTV FRS veröffentlicht und eingeführt

Am 4.4.2014 sind die „Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für Fahrzeug-Rückhaltesysteme“ (ZTV FRS) Ausgabe 2013 endlich veröffentlicht worden. Mit dem Allgemeinen Rundschreiben Straßenbau Nr. 04/2014 des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur vom 3.2.2014 wurden die Obersten Straßenbaubehörden gebeten, das Regelwerk einzuführen. Damit ist auch die Ausbildung einer „Betonschutzwand-Montagefachkraft“  (BSW-MFK) mit einem entsprechenden Nachweis zwingend erforderlich, wenn die ZTV Fahrzeug-Rückhaltesysteme 2013 oder ggfs. auch nur Auszüge vertraglich vereinbart sind. Eine Übergangszeit ist nicht vorgesehen.


Neues zu den Regelwerken
Stand: Oktober 2013

1. ZTV FRS

Die ZTV FRS liegt zur Notifizierung in Brüssel, die Frist lief im Oktober ab. Sie soll noch in 2013 mit Rundschreiben eingeführt werden.

2. Vergleichsverfahren BSW Ortbeton

Das europäisch notifizierte Regelwerk „ Anforderungen an den Nachweis der Leistungsfähigkeit von Betonschutzwänden in Ortbetonbauweise – Vergleichsverfahren BSW Ortbeton (VGVF BSW O 2013)“ wurde mit ARS Nr. 18/2013 vom 5.9.2013 eingeführt. Der Text des Regelwerks kann auf der Homepage der BASt unter Publikationen -> Regelwerke zum Download -> Verkehrstechnik heruntergeladen werden. Das ARS 18/2013 wurde im Verkehrsblatt Nr. 18/2013 vom 30.9.2013 veröffentlicht.

3. TLP-Übergangskonstruktionen (TLP-ÜK)

Die TLP-FRS sollte im Rahmen eines Forschungsvorhabens erarbeitet werden. Die dabei entwickelte Struktur hat sich jedoch als nicht praxisgerecht erwiesen. Die neue Vorschrift soll jetzt eine ähnliche Struktur erhalten wie die ZTV-ING: Neben einem Allgemeinem Teil soll es eine TLP-BSWF, eine TLP-BSWO und eine TLP-Stahl geben.

Die RPS 2009 enthält die Forderung nach geprüften Übergangskonstruktionen. Aufgrund der Schwierigkeiten bei der Erarbeitung der europäischen Norm EN 1317-4 (die Bearbeitungszeit wurde gerade auf die längst mögliche Zeit bis 2024 verlängert!), hat die BASt einen Entwurf für eine TLP-Übergangskonstruktionen (ÜK) erarbeitet. Die TLP-ÜK soll notifiziert werden und auch bei der Erarbeitung von EN 1317-4 Berücksichtigung finden.

4. Überarbeitung RPS 2009

Die mittlerweile 4 Jahre alte RPS 2009 wird ab Ende des Jahres überarbeitet. Dazu wurden im AA 3.7 „Fahrzeug-Rückhaltesysteme“ der FGSV mehrere Arbeitsgruppen gebildet. Obmann der neuen AG „Übergangskonstruktionen und Längen“ ist Herr Kay Petersen.


Die neue Bauproduktenverordnung (BauPVO)
Auszug aus dem Newsletter 2013-1

Am 1. Juli 2013 löste die neue Bauproduktenverordnung (BauPVO) [1] die bislang geltende Bauproduktenrichtline von 1989 ab. „Die BauPVO legt Bedingungen für das Inverkehrbringen von Bauprodukten oder ihre Bereitstellung auf dem Markt durch die Aufstellung von harmonisierten Regeln über die Angabe der Leistung von Bauprodukten in Bezug auf ihre Wesentlichen Merkmale sowie über die Verwendung der CE-Kennzeichnung für diese Produkte fest“ [1, Kap. I,Artikel 1] (Tabelle 1). Dabei definiert die BauPVO Inverkehrbringen mit der erstmaligen Bereitstellung eines Bauprodukts auf dem Markt der Union [1, Kap. I, Artikel 1 (17)], während Bereitstellung auf dem Markt jede Abgabe eines Bauprodukts zum Vertrieb oder zur Verwendung
auf dem Markt der Union bedeutet [1, Kap. I, Artikel 1 (16)].

Im Gegensatz zur bisherigen Bauproduktenrichtlinie, die eine Umsetzung durch nationale Gesetze erfordert, wurde nun die Rechtsform der Verordnung gewählt, da diese in allen Mitgliedsländern direkt gültig ist. In Deutschland wird der Übergang von der Bauproduktenrichtlinie zur BauPVO durch Änderung des Gesetzes zur Anpassung des Bauproduktengesetzes vollzogen. Mit der ersten Anpassung werden u. a. das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) als nationale notifizierende Behörde festgelegt, die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) als nationale Produktinformationsstelle gemäß [1, Kap. II, Artikel 10], aber auch ein Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die BauPVO aufgestellt [2].

Wird ein Bauprodukt in Verkehr gebracht, das von einer harmonisierten Norm erfasst ist, muss ihm eine Leistungserklärung in Bezug auf die wesentlichen Merkmale der Bauprodukte in Übereinstimmung mit der entsprechenden harmonisierten Norm beigefügt werden [1, Einführung (24)]. Diese  Leistungserklärung löst die bisherige Konformitätserklärung des Herstellers ab. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass der Hersteller nicht nur die Übereinstimmung mit der Norm erklärt, sondern die Übereinstimmung mit den von ihm deklarierten konkreten Eigenschaftskennwerten, d. h. Maße und Zahlenwerte, der erklärten Leistung zu den wesentlichen Merkmalen. Mit der Erstellung der Leistungserklärung übernimmt der Hersteller die Verantwortung für die Konformität des Bauprodukts mit der erklärten Leistung [1, Kapitel II, Artikel 4 (3)].

Grundlage der Leistungserklärung ist die technische Dokumentation des Herstellers, in der alle wichtigen Elemente in Zusammenhang mit dem vorgeschriebenen System zur Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit beschrieben sind [1, Kapitel III, Artikel 11 (1)]. Hierzu zählen u. a. die Ergebnisse der werkseigenen Produktionskontrolle (WPK), wie Typprüfung (Erstprüfung) oder Identitätsfestlegung der geprüften Chargen. Wenn es möglich ist, kann der Hersteller Leistungen des Bauprodukts alternativ mit Typberechnungen ermitteln. Die Leistungserklärung wird unter Verwendung des Musters in Anhang III in [1] erstellt.

Um präzise und zuverlässige Leistungserklärungen zu gewährleisten, wird anhand eines geeigneten Systems zur Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit des Bauprodukts zum einen die Leistung des Bauprodukts bewertet und zum anderen die Herstellung des Produkts im Werk kontrolliert [1, Einführung (28)]. Unter Leistungsbeständigkeit sind die bisherigen Konformitätsnachweisverfahren (System 1+, 1, 2+, 3, 4) mit Ausnahme von System 2 zu verstehen (Tabelle 2). Die bisherige Konformitätsbewertung – der Nachweis, ob  das Produkt der entsprechenden Norm genügt – wird zur Bewertung der Leistungsbeständigkeit, dem Nachweis, dass das Produkt der deklarierten Leistung entspricht.

Mit der BauPVO ändert sich auch die Bedeutung der CE-Kennzeichnung. Zukünftig dokumentiert der Hersteller mit dem CE-Zeichen, dass er die Verantwortung für die
Übereinstimmung des Bauprodukts mit der in der Leistungserklärung angegebenen Leistung sowie die Einhaltung aller einschlägigen europäischen Rechtsvorschriften
übernimmt [1, Kap. II, Artikel 8 (2)]. Ist ein Bauprodukt durch eine harmonisierte Norm geregelt, ist das CE-Zeichen die einzige Kennzeichnung, die die Konformität des Bauprodukts mit der erklärten Leistung in Bezug auf die Wesentlichen Merkmale, die von dieser harmonisierten Norm erfasst sind, bescheinigt [1, Kap. II, Artikel 8 (3)].

Literatur
[1] Bauproduktenverordnung – Verordnung (EU) Nr. 305/2011 des europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2011 (s.a. BMVBS Richtlinien Neue EU-Bauproduktenverordnung
www.bmvbs.de/Shared-Docs/DE/Artikel/B/GesetzeUndVerordnungen/revision-der-bauproduktenrichtlinie-bpr.html)

[2] Die neue Bauprodukten-Verordnung – Hinweise für Baustoffhersteller. Hrsg.: Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden e.V.


Hinweis zur neuen Nomenklatur

Die neue Fachbezeichnung der Betonschutzwände lautet gemäß DIN EN 1317 und RPS 2009 "Fahrzeug-Rückhaltesystem (FRS) aus Beton". Unter FRS versteht man nach europäischer Terminologie die Schutzeinrichtung (Strecke), die Anfangs- und Endkonstruktion, Übergangskonstruktionen und Anpralldämpfer.

Der Arbeitsausschuss „Schutzeinrichtungen“ der Forschungs­gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) hat die neuen „Richtlinien für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme“ (RPS) fertiggestellt. Diese neuen Richtlinien sind am 31.12.2010 veröffentlicht worden und ersetzen die „Richtlinien für passive Schutzeinrichtungen an Straßen“, Ausgabe 1989 (RPS 1989) einschließlich der Ergänzungen 1996. Mit Rundschreiben ARS 28/2010 vom 20.12.2010 ist die RPS 2009 vom BMVBS den Ländern zur Einführung empfohlen worden.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat bezugnehmend auf die RPS 2009 den Obersten Straßenbaubehörden der Länder mit Schreiben vom 15.7.2009 mitgeteilt, dass trotz der neuen RPS 2009 auch weiterhin Anforderungen aus dem begleitenden Regelwerk (TL-SPU 93, TL-BSWF 98, ZTV-PS 98 und TL-SP 99) auf neue Systeme übertragen werden müssen.

Um sowohl für die Auftraggeber und Anwender - also die Straßenbauverwaltungen der Länder - als auch für die Auftragnehmer - also die Industrie - weiterhin ein funktionierendes Gesamtsystem in Deutschland aufrecht zu halten, wurde ein Einsatzfreigabeverfahren für Fahrzeug-Rückhaltesysteme entwickelt, nach dem alle passiven Schutzeinrichtungen geprüft und bewertet werden und nach erfolgreicher Prüfung in einer Liste Eingang finden, der Einsatzfreigabeliste

Das Einsatzfreigabeverfahren wurde mit Rundschreiben des BMVBS vom 15.7.2009 angekündigt. Die Einsatzfreigabeliste wurde ebenfalls mit Rundschreiben ARS 28/2010 vom BMVBS den Ländern zur Einführung empfohlen. Sie ist auf der Internetseite der BASt veröffentlicht.  Da diese Liste laufend ergänzt wird, veröffentlicht die BASt in Abständen dort auch die ergänzte bzw. erweiterte Einsatzfreigabeliste.

Die Kriterien des Einsatzfreigabeverfahrens (Stand 10/2009) sind auf der Webseite der BASt veröffentlicht. Die aktualisierte Fassung (11/2009) ist ebenfalls dort zu finden.

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