Leistungsklassen

Grundlage für den Einsatz von Fahrzeug-Rückhaltesystemen (FRS) ist die europäische Norm DIN EN 1317. Teil 2 dieser Norm (Ausgabe August 2006) definiert Leistungsklassen für FRS. Dabei werden die FRS klassifiziert nach drei Kriterien:

  • Aufhaltestufe (T1, T2, T3, N1, N2, H1, H2, H3, H4a, H4b)
  • Wirkungsbereich (W1 bis W8)
  • Stufe der Anprallheftigkeit (A, B, C)
Grafische Darstellung des Wirkungsbereichs

Abhängig von der Art der Aufstellung ergibt sich bei den Systemen ein unterschiedlicher Wirkungsbereich. Diese Kenngröße beschreibt den Abstand zwischen der dem Verkehr zugewandten Seite der Betonschutzwand und der maximalen seitlichen Position jedes wesentlichen Teils des Systems im Falle eines Anpralls. Ein Wirkungsbereich "W1" bedeutet, dass wesentliche Teile nach einem Aufprall maximal 0,6 m von der dem Verkehr zugewandten Seite entfernt sind. Wirkungsbereich "W2" entspricht einem Abstand von 0,8 m.

Tafel 1: Aufhaltestufen und korrespondierende Anfahrversuche

Die Anwendung von FRS unterliegt nationalen Regelungen, d. h. jedes Land der Europäischen Union kann aus den in DIN EN 1317 genormten Leistungsklassen national geeignete Klassen auswählen und Schutzziele für verschiedene Einsatzfälle festlegen. In Deutschland erfolgt die nationale Umsetzung von DIN EN 1317 durch die RPS 2009 „Richtlinien für passiven Schutz durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme an Straßen“. So werden in Deutschland nur die Aufhaltestufen T1, T2, T3, N2, H1, H2 und H4b gefordert.

Tafel 2: Prüfkriterien für Anprallversuch

Die Einstufung der FRS in Leistungsklassen erfolgt durch reale Anfahrversuche (Tafel 1, siehe rechts). Die Aufhaltestufe charakterisiert dabei einen Durchbruchschutz bzw. das Verhindern des Überfahrens des FRS für eine bestimmte Fahrzeugklasse mit unterschiedlicher Masse (Pkw, Lkw, Bus, Lastzug). Als Prüfkriterien gelten die Fahrzeugmasse, die Anprallgeschwindigkeit und der Anprallwinkel (Tafel 2). Bei dem Anprall wirken unterschiedlich große Energien auf die Schutzsysteme ein. Beim Anprall eines Sattelzugs (Masse: 38 t) muss die Schutzeinrichtung etwa die siebzehnfache Energie aufnehmen im Vergleich zu einem Pkw (Masse: 900 kg).

Tafel 3: Stufen des Wirkungsbereichs

Für alle Aufhaltestufen und Einsatzbereiche gibt es erfolgreich geprüfte und praxisbewährte Schutzeinrichtungen aus Beton. Wegen der sehr guten Eigenschaften hinsichtlich Durch­bruch­sicherheit (z. B. H2, H4b), Flexibilität bei der Herstellung sowie dem geringen Unterhaltungs- und Reparaturaufwand nimmt der Anteil von Betonschutzwänden im Mittelstreifen von Autobahnen derzeit überproportional zu. Mit Betonschutzwänden sind bei der Aufhalte­stufe H2 minimale Querverschiebungen erreichbar (Wirkungs­bereich W1, siehe Tafel 3 rechts), so dass diese Systeme nachweislich vor einem Anprall an Hindernisse im Mittelstreifen schützen. Auch bei schmalen Mittelstreifen oder zur Absturz­sicherung im Randstreifen, auf Brücken, vor Lärmschutzwänden oder in Arbeitsstellen sind Betonschutzwände deshalb sehr gut geeignet.

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